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REZENSIONEN
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Besprechung »Mediation in Bewegung« in der Zeitung für Organisationsentwicklung Ausgabe 4/2007
Das Abschlusskapitel beginnt mit dem Satz: „Dieses Buch und der Film auf der DVD bilden ein Ganzes. Zusammen ermöglichen sie gut fundiertes Wissen und Verstehen und fördern das kritische Sehen und Unterscheiden von Konfliktphänomenen.“ Die Rezensentin stimmt dem zu. Ein lohnenswertes Buch! Erstens ist es ein gut aufgebautes Lehr- und Übungsbuch. Zweitens sind diese Inhalte für unsere zunehmend instabilen Gesellschaften, Organisationen und für uns Menschen notwendig. Drittens: „Dieses Buch enthält zum einen Theorien zum Verständnis von Konflikt und Mediation, und zum anderen bietet es zahlreiche Übungen, mit denen sich die LeserInnen Grundkenntnisse und Basisfähigkeiten der Mediation aneignen können.“ Nun zu den Details: Die Autoren Rudi Ballreich und Friedrich Glasl stellen ihren seit Jahren entwickelten Mediationsansatz vor, basierend auf den theoretischen Erkenntnissen des Konfliktmanagements. Mediation in Bewegung wendet sich an PraktikerInnen und Lehrende, die sich mit der Theorie und der Praxis der Mediation auseinandersetzen wollen. Für jene, die sich intensiver theoretisch damit beschäftigen wollen, sei auf das Standardwerk Glasls „Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater“ (2004, 8. Aufl.) hingewiesen. Nach einer Einführung in das Konfliktverständnis und in die Mediation werden fundierte Informationen zu sozialen Konflikten und deren Auswirkungen (wie auch Deformationen) auf das Denken, Handeln, Fühlen und Wollen aufgezeigt. Denn wie schnell geraten wir Menschen in Simplifizierungen, Zuschreibungen, Pauschalisierungen, in Sturheit, Rigidität, Stress oder Empathieverlust? Erforderlich ist es, zu wissen: Was sind Konflikte? Wie können Konflikte eingeschätzt werden? Auf welcher Eskalationsstufe befindet sich der Konflikt? Wie hängen Stress und Bedürfnisfrustrationen mit der Konfliktdynamik zusammen? Unerlässliche Fragen, die nicht nur für die Lehre/Ausbildung verwendet werden können, sondern auch für Führungskräfte in Unternehmen, um das eigene Konfliktverhalten zu analysieren. Im Weiteren wird der Ablauf einer Mediation dargestellt. Das Rollenverständnis wird thematisiert, Ziele und Grundstrukturen dargelegt sowie problembezogene, visionsgeleitete oder prozessfolgende Phasenmodelle beschrieben. Das nächste Kapitel wendet sich den wichtigsten Basismethoden der Mediation zu: Wie wird gefragt? Wie wird das Denken geklärt? Wie fasst man zusammen? Wie regt man Perspektivenwechsel an? Wie klärt man Gefühle, Bedürfnisse? Wie kann eine Suche nach neuen Handlungsoptionen geleitet werden? Wie können Verhandlungs- und Entscheidungsprozesse moderiert werden? Dazu gibt es Übungen und Antworten. Des Weiteren beschäftigen sich die Autoren eindringlich mit der Frage: Wie können MediatorInnen ihre eigene Dialog- und Konfliktfähigkeit weiterentwickeln? Diese Frage geht uns alle an. Wie können wir mit schwierigen Situationen und Gefühlen umgehen? Denkanregungen, die auch für unseren Alltag hilfreich sein können. Gerade die beiden vorab genannten Teile präsentieren ein beeindruckendes Handwerkszeug: Es werden Modelle und über 90 Übungen mit sehr guten Anleitungen für die Arbeit mit Gruppen vorgestellt. Anschließend wird eine Wirtschaftsmediation präsentiert. Dazu wurde eine in den Niederlanden erstellte DVD als Übungsmaterial produziert, ein Film, der einen Wirtschaftskonflikt eindrücklich beschreibt. Diese DVD können Konfliktpartner zum Kennenlernen der Mediation und zum Abbau von Ängsten und Vorbehalten gegenüber der Mediation sehr wirkungsvoll einsetzen. Das abschließende Kapitel wendet sich grundsätzlichen Thesen zu: Jeder Konflikt erfordert ein situationsgerechtes Vorgehen, welches nondirektive und direktive Interventionen sowie einen flexiblen Umgang mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft benötigt. Die qualitative Wendeerlebnisse werden dafür in den Vordergrund gestellt. Abgerundet wird das Buch durch begleitende Dokumente zum Film. Zusammenfassend kann gesagt werden, das Buch „Mediation in Bewegung“ beeindruckt durch die interdisziplinäre Verwendung von Theorie und Praxis. Es geht um das Initiieren von Wendepunkten auf der kognitiven, emotionalen und intentionalen Ebene mit dem Ziel, des Erarbeitens nachhaltiger Lösungen. Sehr zu empfehlen! (MWF)
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